Countdown Baubeginn

Projekt. Am heutigen Standort des Kinderheims Pilgerbrunnen (Badenerstrasse 409/411, 8003 Zürich) wird ein Neubau erstellt. Das Projekt besteht aus einem Ersatzneubau für das Kinderheim, einem Anbau an die KiTa und dem Neubau von Wohnungen.

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Wettbewerb. Der efz veranstaltete 2019 einen einstufigen Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für die Vergabe der Planerleistungen (Generalplanerwettbewerb) für den Neubau Pilgerbrunnen.  Ziel des Wettbewerbs war es, Lösungsvorschläge für ein sinnvolles und architektonisch ansprechendes Zusammenfügen der drei Teilprojekte zu erhalten. Dabei war der Dialog mit dem bestehenden Brahmshof und die Einordnung in die Umgebung wichtig. Das Siegerprojekt "FUCHUR" der ARGE Müller Sigrist Architekten AG | Güntensperger Baumanagement AG schreibt nicht nur städtebaulich, sondern auch architektonisch die Geschichte des auf dem gleichen Areal liegenden Brahmshofs auf schlüssige Art und Weise weiter und zeichnet sich durch eine überzeugende Selbstverständlichkeit aus. Es erfüllt die hohen Anforderungen durch einen souveränen, gelassenen Umgang mit der komplexen Aufgabenstellung. >

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Projektierung. Die Projektierung startete gleich im Anschluss an den Wettbewerb im September 2019. Das Bauprojekt inkl. Kostenvoranschlag ±10% wurde am 20. Oktober 2020 durch den Vorstand abgesegnet. Die Mitgliederversammlung befindet am 26.11.2020 über den Objektkredit.
Bei Interesse kann ein PDF der Dokumentation des Bauprojekts über andrea.wittwer(at)vefz.ch bezogen werden.

Planungsteam. ARGE Müller Sigrist Architekten AG | Güntensperger Baumanagement AG
Architektur: Müller Sigrist Architekten AG, Zürich | Pascal Müller, Caroline Ziska, Steffani Weiss, Vincent François
Baumanagement: Güntensperger Baumanagement AG, Zürich | Roman Güntensperger, Michael Hakios, Mario Dierolf
Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur, Basel | Karoline Hillger
Statik: Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure AG, Zürich | David Schlatter
Energie und Gebäudetechnik: Gruenberg + Partner AG, Zürich | Werner Stiner, Alice Hefti, Kristijan Moser, Sandro Brun
Elektro, Brandschutz, Sicherheit: HEFTI. HESS. MARTIGNONI. Zug AG, Zug | Killian Gisler, Christian Freimann, David Boog, Stephan Rubi, Daniel Zurfluh
Bauphysik: Durable Planung und Beratung GmbH, Zürich | Gabriel Dürler

Termine. 

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Bauaufgabe, Konzept, Lösung.

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Teilprojekt A. Ersatzneubau Kinderheim.
Der Altbau Pilgerbrunnen kann den heutigen Bedürfnissen und gesetzlichen Vorgaben nicht mehr gerecht werden. Es werden im Ersatzneubau vier Wohngruppen und die dazugehörigen Administrativ- und Betreuungsbereiche erstellt. Der bestehende Garten wird als wichtiger Teil des Heims umgestaltet und aufgewertet.
Mit dem Neubau von vier Wohngruppen und den dazugehörigen Administrativ- und Betreuungsbereichen wird der Weiterbetrieb des Kinderheims nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Standards der Bindungspädagogik geführt werden können. Der Neubau wird sich vom überkommenen Bild eines "Heims" lösen und die strukturellen Voraussetzungen für die zukünftige traumapädagogische Neuausrichtung schaffen. Das Projekt ist in seiner Art einzigartig: als Neubau eines Kinderheims mitten in der Stadt Zürich und in der Umsetzung von modernsten pädagogischen Konzepten in räumliche Strukturen ("Kompetenzzentrum").
Der "Pilgerbrunnen" ist ein Ort, an dem man auf seinem Weg einen Zwischenhalt macht, um sich zu stärken und dann weiter zu gehen.

Teilprojekt B. Anbau Kindertagesstätte.
Durch den Abriss des alten Pilgerbrunnens fallen die Räumlichkeiten einer KiTa-Gruppe weg. Mit dem Anbau/Ersatzneubau der 4. Gruppe an die bestehenden Räumlichkeiten der KiTa wird das bestehende räumliche Angebot wieder vervollständigt. Zusätzlich wird eine Regenerationsküche gebaut.
Der Zugang zur KiTa erfolgt neu von der Brahmsstrasse her. Dadurch wird die Sicherheit der beiden Betriebe KiTa und Kinderheim Pilgerbrunnen erhöht, insbesondere dadurch, dass der Garten nur noch über die Betriebe zugänglich ist. Im Zuge dieser Massnahme finden Umbauten im Bestand statt.
Die KiTa ist ein wichtiger Bestandteil der Angebote des efz und soll im bisherigen Umfang (4 Gruppen) ihr qualitativ hochstehendes Angebot weiterführen können. Mit den Umbauten und Renovationen auch im Bestand werden die Räumlichkeiten zusätzlich aufgewertet.
Mit der Änderung des Zugangs bekommt die KiTa ihre eigene "Adresse". Der Einbau einer Regenerationsküche ermöglicht ihr, die Verpflegung neu unabhängig vom Kinderheim anzubieten. Der Betrieb KiTa wird in seiner Eigenständigkeit gestärkt.

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Teilprojekt C. Neubau Wohnungen.
Der Neubau der Wohnungen ergänzt das bestehende Angebotsportfolio im Brahmshof mit je 19 2.5-Zimmer- und 3.5-Zimmer-Wohnungen sowie vier Grosswohnungen, welche aufgrund ihrer analog der Kinderheimwohngruppen aufgebauten Struktur eine eventuelle zukünftige Erweiterung des Kinderheims um bis zu zwei weiteren Wohngruppen ermöglichen.
Mit dem Neubau von Wohnungen wird auf das Bedürfnis nach bezahlbaren, kleineren Wohnungen in der Stadt Zürich eingegangen. Ziel ist es, angemessene, erschwingliche Mieten zu ermöglichen.
Es wird ein zusätzliches, ergänzendes Wohnangebot zum bestehenden Brahmshof geschaffen. Die Wohnungen werden eine hohe Wohnqualität bieten, für Menschen mit Behinderungen zugänglich und das Innere der einzelnen Wohneinheiten an ihre Bedürfnisse anpassbar sein.
Die Grosswohnungen sollen zudem gemeinschaftliches Wohnen unterschiedlichster Lebensformen ermöglichen.

Sicherheit. Mit der Änderung des Zugangs zur KiTa kann gewährleistet werden, dass der Garten des Kinderheims nur für die Kinder (und Mitarbeitende) des Heims und der KiTa frei zugänglich ist. Dies ist ein grosser Gewinn für beide Betriebe.  Mit der klaren räumlichen Trennung der beiden Betriebe und der Betriebe zu den Wohnungen (neu und Brahmshof) wird die Sicherheit des Kinderheims stark verbessert und den erhöhten Anforderungen Rechnung getragen.

Arealüberbauung, Eingriffe im Brahmshof. Der Neubau ist Teil einer Arealüberbauung. Die offene Blockrandbebauung der auf dem gleichen Areal liegenden Überbauung Brahmshof wird mit dem Neubau zu einer Gesamtfigur vervollständigt. Das Projekt erfordert auch Anpassungen und Eingriffe im Brahmshof, vor allem im Bereich der Tiefgarage (Brandschutzauflagen).

Architektur und Städtebau, Konstruktion und Materialisierung. Der Entwurf schreibt nicht nur städtebaulich, sondern auch architektonisch die Geschichte des Brahmshofs auf schlüssige Art und Weise weiter und zeichnet sich durch eine überzeugende Selbstverständlichkeit aus. Der Neubau Pilgerbrunnen vereinigt die beiden Hofrandfiguren zu einer neuen dualen Einheit. Die Gebäudehöhe des Brahmshofs wird übernommen. Ein allseitig zurückversetztes Attikageschoss erlaubt die Optimierung von Wohnraum ohne den Gebäudekörper als Gesamtheit zu überformen. Auch die Balkon- und Laubengangelemente werden weitergeführt und als prägende sowie identitätsstiftende Bauteile verwendet.
Der Neubau weist eine Kompaktheit und hohe Effizienz der Erschliessung auf. Trotz der hybriden Nutzung von Büros, Kinderheim und Wohnungen ermöglichen ein durchgehendes Schachtkonzept (Leitungen Gebäudetechnik) und eine stringente Tragstruktur eine wirtschaftliche Bauweise.
Die Fassade besteht in Analogie zum Brahmshof aus vorgehängten hinterlüfteten Faserzementplatten. Anstelle der vertikalen Deckprofile aus Metall werden die eingefärbten Faserzementplatten linear übereinander gestülpt.
Der Materialität und Farbgestaltung im Innenraum von Kinderheim und KiTa wird eine grosse Bedeutung beigemessen. Ein harmonisches Spiel aus unterschiedlichen Farben, Kontraste und Materialien soll die Räume in ihrer Funktion unterstützen und die Kinder in ihrer Entwicklung und Entfaltung fördern.

Haustechnik. Der Brahmshof und der Neubau Pilgerbrunnen werden an den Nahwärmeverbund Bullingerhof (Energiecontracting ewz) angeschlossen. Die Wärme wird durch Grundwassernutzung erzeugt und ist zu 80% CO2-neutral.
Der Bau einer Photovoltaikanlage wird geprüft.

Umgebungsgestaltung. Die bearbeitete Umgebung des Projekts umfasst die Erschliessung des Brahmshofs und des Neubaus, die Grünbereiche entlang der nördlichen und westlichen Parzellengrenze, den Garten im Innenhof des Kinderheims und den Garten der KiTa im Süden.
Der Garten des Kinderheims steht bewusst im Kontrast zur offenen und reduzierten Gestaltung des Brahmshofs und ist im Typus eines Waldgartens mit einer dichten Baumstruktur und üppiger Strauch- und Gräserpflanzung ausformuliert. Im Zusammenspiel mit einer modellierten Rasenlandschaft mit Spielinseln wird ein attraktiver Raum geschaffen, der die Phantasie und Kreativität der Kinder im Spiel anregen soll. Der Garten der KiTa wird zur Beschattung mit zusätzlichen Bäumen bepflanzt.
Der Freiraum ist bewusst so gestaltet, dass er neben funktionalen, ökologischen und gestalterischen Anforderungen das Mikroklima (z.B. durch natürliche Schattenplätze, natürliche Verdunstung) positiv beeinflusst.

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